Dokumentarfilm über ein weltweites Referendum vorgestellt

Secretariat, 29. Juni 2009

Was würden ganz gewöhnliche Menschen in aller Welt sagen, wenn man sie fragt, ob sie bei einem weltweiten Referendum mitmachen möchten? Würden sie zustimmen, dass jeder Mensch auf dem Planeten bei einem solchen Experiment globaler Demokratie gleichberechtigt sein sollte? Und ist es eigentlich möglich, die logistischen Erfordernisse zu meistern? Dies sind die wichtigsten Fragen, denen Filmemacher Joel Marsden in seinem Dokumentarfilm "World Vote Now" nachgeht, der Anfang dieses Monats in Madrid Premiere hatte. Aufnahmen für den 77-minütigen Film wurden über einen Zeitraum von acht Jahren in 26 Ländern gemacht. Der erste Teil des Films handelt von nationalen Abstimmungen und dem unterschiedlichen Stand der Demokratie in der Welt. Er beinhaltet inbesondere Eindrücke von den Verfassungsreferenden in der Demokratischen Republik Kongo im Dezember 2005 und in Venezuela im Dezember 2007, aber zum Beispiel auch von lokalen Wahlen in Kashimir und von Parlamentswahlen in Iran.

"Die einfache Grundfrage hinter dem Film ist die: Wenn Demokratie so förderlich ist, um die Regierungsführung und die Entwicklung von so vielen Ländern und ihren Menschen zu verbessern, warum sollte man es nicht auch auf der globalen Ebene damit versuchen?", sagte Marsden nach einer Präsentation in Berlin am 25. Juni. "Nach all den Begegnungen, die wir während der Entwicklung des Filmes hatten, bin ich überzeugt, dass es in der Welt eine breite Unterstützung für die Abhaltung eines ersten globalen Referendums gibt. Viele Menschen denken nicht, dass die Bemühungen zum globalen Gemeinwohl ausreichend sind, zum Beispiel um das Auskommen der Ärmsten in der Welt zu verbessern. Sie würden die Gelegenheit sehr begrüßen, dieser Stimmung in einer Abstimmung Ausdruck geben zu können, als Weltbürger sozusagen", so der Filmemacher. Tatsächlich plant Marsden nun, das Projekt weiter zu verfolgen und ein Weltreferendum Wirklichkeit werden zu lassen.

"Der Film spricht Emotionen an und weckt ein Gefühl der Gemeinsamkeit. Er ist wunderbar dazu geeignet, um die Idee globaler Demokratie bei einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Diese Dokumentation wird ganz bestimmt eine Debatte entfachen, die über ihren eigentlichen Gegenstand, nämlich ein Weltreferendum, hinausgeht – zum Beispiel über die Idee eines Weltparlaments. Wir hoffen deshalb, dass so viele Menschen wie möglich die Gelegenheit haben werden, sich den Film anzuschauen", sagte Andreas Bummel, Vorsitzender des Komitees für eine demokratische UNO und Leiter des Sekretariats der Kampagne für ein UN-Parlament (CEUNPA).

«
»