Ehemaliger UN-Generalsekretär Boutros-Ghali wird 90, Kampagne gratuliert

Secretariat, 14. November 2012

Früherer UN-Generalsekretär half beim Start der internationalen Kampagne für ein UNO-Parlament

Der ehemalige ägyptische Politiker und Diplomat Boutros Boutros-Ghali, der von 1992 bis 1996 als sechster Generalsekretär der Vereinten Nationen amtierte, ist am heutigen Mittwoch neunzig Jahre alt geworden. Unter den Gratulanten ist die internationale Kampagne für ein Parlament bei den Vereinten Nationen. "Wir gratulieren Herrn Boutros-Ghali zu seinem neunzigsten Geburtstag. Von Anfang an hat er die Kampagne für ein Parlament bei der UNO stark unterstützt. Bei dieser Gelegenheit

Boutros Boutros-Ghali bei der 50-Jahr-Feier der UNO 1995
Bild: UN

möchten wir ihm erneut für seine Unterstützung und Motivation danken", sagte Jo Leinen, der Ko-Vorsitzende der parlamentarischen Gruppe der Kampagne und Mitglied des Europäischen Parlaments.

Im April 2007 war Boutros-Ghali einer der Erstunterzeichner des internationalen Aufrufs für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen, der an die UN und ihre Mitgliedsstaaten gerichtet ist. In einer Nachricht an die Unterstützer der Kampagne (PDF hier), schrieb er, dass "wir die Demokratisierung der Globalisierung voranbringen müssen, bevor die Globalisierung die Grundlagen nationaler und internationaler Demokratie zerstört. Die Etablierung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen ist ein unverzichtbarer Schritt geworden, um eine demokratische Kontrolle der Globalisierung zu erreichen". Beim ersten internationalen Treffen der Kampagne im Palais des Nations in Genf übernahm Boutros-Ghali die Schirmherrschaft.

Bereits während seiner Amtszeit als UN-Generalsekretär war Boutros-Ghali die Frage nach internationaler und globaler Demokratie ein Anliegen. "Nachdem ich die Verbindung zwischen Entwicklung und Frieden auf der einen sowie mit Demokratie auf der anderen Hand erkannt hatte, entschied ich, dass ich die Rolle der Vereinten Nationen beim Thema Demokratisierung ebenfalls im Einzelnen untersuchen sollte", bemerkte Boutros-Ghali im Vorwort eines aktuellen Sammelbandes über ein globales Parlament. Eines der Resultate war die berühmte "Agenda für Demokratisierung" (PDF hier), in der der UN-Generalsekretär erklärte, "wenn Demokratisierung das verlässlichste Mittel ist, um nationales Regieren zu legitimieren und zu verbessern, dann ist es auch das verlässlichste Mittel, um internationale Organisation zu legitimieren und zu verbessern. ... Genauso wie die Demokratisierung innerhalb von Staaten basiert auch die Demokratisierung auf der internationalen Ebene auf der Förderung der Würde und des Wertes jedes einzelnen Menschen und der grundsätzlichen Gleichwertigkeit aller Menschen und aller Völker".

Oberes Bild: Boutros Boutros-Ghali in seinem Büro in Paris, September 2011. Bild: CEUNPA

«
»