Veranstaltung in Den Haag gedenkt Pionier eines Parlaments bei der UNO

Secretariat, 10. Dezember 2011

Diskussion von Erskine Childers’ Empfehlungen zur Erneuerung und Demokratisierung der UNO anlässlich seines 15. Todesjahres

Die Erneuerung und Demokratisierung der UNO war das Thema einer Veranstaltung am Dienstag in Den Haag bei der dem 15. Todesjahr von Erskine Childers gedacht wurde, einem irischen Staatsbürger und einer der “herausragendsten Menschen im internationalen öffentlichen Dienst” bei der UNO,

Erskine Childers (1994/5)
Bild: E. Childers

wie der Hauptredner Jan Pronk feststellte.

Pronk, selbst ein ehemaliger UN-Funktionär und ehemaliger niederländischer Minister für Entwicklungszusammenarbeit, der Childers persönlich kannte, skizzierte die bei der Gründung der UNO ursprünglich zugrundeliegenden Ideale und beschrieb die Entwicklung der Weltorganisation. Mit Verweis auf eine Sammlung von Childers’ Reden, die kürzlich von der Dag Hammarskjöld-Stiftung veröffentlicht wurde, hob Pronk das breite Spektrum an Empfehlungen hervor, die Childers zur Stärkung der UNO gemacht hatte. “Childers hat seine Zuhörer immer an die Wurzeln der UNO erinnert, die bei vielen in Vergessenheit geraten sind. Die UNO war intendiert, eine zentrale Rolle in internationalen wirtschaftlichen und sozialen Fragen zu spielen. Es wurde allerdings zugelassen, dass die Weltbank, der Internationale Währungsfonds und das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen, jetzt die WTO, einer sinnvollen zentralen Koordination entschlüpfen können. Ganz genauso wie schon in den Tagen von Erskine Childers brauchen wir weiterhin eine neue San Francisco-Konferenz, bei der die UNO und das Bretton Woods-System neu austariert werden”, so der Professor am Institute of Social Studies in Den Haag.

Erskine Childers war “nach dem Kalten Krieg einer der entschiedensten Fürsprecher einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen”, hob der andere Redner, Andreas Bummel, hervor. Der Generalsekretär der Kampagne für ein Parlament bei der UNO stellte den Vorschlag vor und betonte, dass Childers die Idee als “die letztendlich wichtigste Reform im UN-System” ansah, da die Versammlung eine direkte Verbindung zwischen der Weltorganisation und den Menschen der Welt herstellen würde. “Wie Childers wusste, würde dies eine beispiellose positive Dynamik schaffen”, sagte Bummel.

Im Jahr 1996 war Childers bis zu seinem frühzeitigen Tod Generalsekretär der World Federation of United Nations Associations (WFUNA). In Gedenken an Childers verabschiedete WFUNA zehn Jahre später eine Resolution, in der die Organisation ihre Unterstützung für die Etablierung einer Parlamentarischen Versammlung bei der UNO erklärte.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam organisiert von der Weltföderalistischen Bewegung der Niederlande (WFBN) und der Niederländischen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (NVVN). Die Diskussion wurde von der NVVN-Vorsitzenden Yvonne Donders moderiert.

Gesammelte Reden und Artikel von Erskine Childers

Bilder der Veranstaltung

Oberes Bild: Marjolijn Snippe bei der Eröffnung der Veranstaltung, von Nicola Fraccaroli

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